Mittwoch 10.02.2010
Nun war es soweit, eine Schneeflocke in Berlin und alle Flüge von Tegel hatten eine Stunde Verspätung. In Köln gelandet, mussten wir feststellen, dass das Wetter nicht besser als in Berlin war. Ab ins Quartier bei Freunden in Köln Mühlheim mit der dortigen „S“ –Bahn. Herrgott was muss ich verwöhnt sein, BvG ist nicht nur übersichtlich beim Fahrkartenbeschaffen sondern hat auch einen gut übersichtlichen Plan mit dem jeder Tourist klar kommt. Mit dem Kölner Schnittbogenmuster fanden wir schließlich den Ort unseres Ziels. Den restlichen Tag saßen wir beieinander, man hatte sich viel zu erzählen.
Donnerstag 11.02.2010
Spätes aufstehen, frische Kölner Schrippen, so begann mittags der Tag. Unsere Freunde, beide ursprünglich aus Berlin und in unterschiedlicher Schichtarbeit, waren abwechselnd für uns da. Lecker Essen kochen, Torte backen und Planen für die nächsten Tage beim Schmatzen und Kaffee trinken war wie die Ruhe vor dem Sturm.
Freitag 12.02.2010
Dieser Tag war der Altstadt in Kölle gewidmet. Die Kamera eingesteckt und ab ins Köllezentrum. Mitten drinnen der „Dom“, prachtvoll, groß, prächtig königlich, grau aber wundervoll anzusehen. Und welche Überraschung, der Dom geschlossen und hatte sogar eine Hausnummer.
Bereits jetzt schon liefen da viele Jecken rum in wundervollen bunten kreativen Kostümen und die Tribünen standen auch schon parat. Auf der Hohenzollernbrücke dann die nächste Verwunderung. Was war das? Viele hunderte Schlösser bammelten am Zaun der Brücke. Auf den Schlössern meist der Hochzeitstag und die Namen der Pärchen eingraviert oder rauf geschrieben. So erklärte uns ein Kölner dies wäre eine neue Tradition hier seit vorigem Jahr. Besonders am Valentinstag würde hier sehr viele Pärchen her kommen. Mal sehen wie lange dass die Brücke die nächsten Jahre Gewichtstechnisch meistern kann. Das Römische Museum am Dom, welches sehr zu empfehlenswert ist, sind frühgeschichtliche Ausgrabungen dort ausgestellt und besonders das Mosaik hat mir gefallen.
Zum Schluss sind wir ins Steakhaus eingekehrt. Müde, satt und Fußlahm quälten wir uns zum Hauptbahnhof. Keine Rolltreppe war in Betrieb und das bei den Hohen Bahnsteigen, wodurch ich leicht erzürnt war und mit dem Schnittbogenmuster schließlich die richtige S-Bahn fand.
Samstag 13.02.2010
Heute großes Einkaufen angesagt. Mit dem Bus nach Köln Mühlheim zum Wiener Platz. Klar wollten wir uns was besorgen und nicht ganz ohne was am Montag mitmischen. Perücke, Hut und andere Kleinigkeiten waren schnell gefunden. Ein kleiner Laden nach dem anderen, nette kleine Cafes zum verweilen und alte Häuser im gepflegtem Stil ….ich geriet in Kaufrausch. Köln hat eine gute Preisgestaltung die ich mir in Berlin gewünscht hätte. Vollgepackte Taschen schleppend, ab zurück und gleich ausprobiert ob alles passt. Am Abend habe ich es mir mit unseren Freunden gemütlich gemacht und mein Mann dann im Kostüm nach Mühlheim aufbrach zu Bekannten eine kleine Kneipensauftour zu unternehmen.
In morgendlicher Stunde dann ein Kölner Jeck ins Bette plumpste noch mit Lippenstift uff de Wange und von den jebützten Erlebnissen murmelte und schließlich ins Koma viel.
Sonntag - Ruhetag
– pssst - leise – Jecken schlafen
ROSENMONTAG 15.02.2010
Früh aufstehen angesagt, Kostümfein gemacht, warm angezogen und ab nach Kölle zum Heumarkt. Überall nur Jecken, Jecken, Jecken – schrill, bunt, kreativ, lustig, fröhlich und „Kölle Alaaf“ brüllend zu tausenden auf Straßen und Tribünen. Dann endlich kam der Rosenmontagszug. „Kamelle“ war das Zauberwort der um mir stehenden anderen Fußvolkjecken und schon bekam ich eine solche große Kamelle an den Kopf. Ich hatte ja den Hut auf, Gott sei dank, hätte arg geschmerzt sonst. Immer wieder, wenn ein Wagen vorbeikam ich mich vor der Entscheidung sah, Kamelle fangen oder Fotografieren. Beides im Einklang hat sich schwierig gestaltete.
Mit viel Spaß mich dann aber hinreißen ließ und dann auch „Kamelle“ brüllte und Kamelle fing und es irgendwie schaffte immer wieder ein Foto zu machen. Herrlich prächtige ausgestattete Wagen von verkleideten Traktoren gezogen, Kostüme, Spielmannszüge, Pferde und Kutschen….eine Augenweide….
„Kamelle“ „Kamelle“ brüllender Weise, das 6 Stunden lang. Der Beutel voll und die Batterien der Kamera alle, viele Bilder gemacht und die Füße brannten. Das Schlusslicht machte dann der Prinzenwagen mit Gefolge und dann fing es an zu schneien. Das Wetter hatte es mit den Kölnern gut gemeint. Fröhlich durstig kehrten wir in eine Kneipe am Heumarkt ein. Singende, trinkende und laute fröhliche Jecken beherrschten die Stimmung. Es wurde viel „jebützt“. Völlig fertig auf den Gliedern sind wir dann ins Bett gefallen.
Dienstag 16.02.2010
Das was ich nun am Vortag im Zentrum der Altstadt erlebte, wollte ich heute nun im Stadtteil Mühlheim in kleinerer Form noch mal mir anschauen. So genannte Viertelzüge der vielen Karnevalsvereine in Köln veranstalteten“ einen Umzug der Schulen und Viertelzüge“. Dasselbe Spektakel noch einmal. „Kamelle“ „ Kamelle“ und ich mitten bei schon in Übung was zu fangen und gleichzeitig Bilder zu machen.
Anschließend dann in einer Kneipe in Mühlheim landeten und dort Kontakt zu sehr netten Karnevalsjecken fanden, die einem viel erklärten und bereit waren die dicke große Berlinerin in ihrer Mitte aufzunehmen.
Am späten Abend dann um 24:00 Uhr der Nubbel verbrannt wurde. Erledigt und erschöpft, wieder ein toller Tag verging.
Mittwoch 17.02.2010
Ein Auge auf, dann das andere Auge auf, der Kater im Kopf gewaltig brummt, so der Tag mit einem Kaffee um 14:00 Uhr beginnt. Am besten liegen bleiben und die Mieze pflegen. Hatten uns dann in Ruhe die Bilder durchgesehen und war erschrocken wie viele es waren. Knapp 400 Bilder !!!!!! Nicht alle sind was geworden, klar, aber klasse Schnappschüsse sind dabei.
Donnerstag 18.02.2010
Heute ein trauriger Anlass, früh aufgestanden und ans Grab der Mutter meines Mannes gegangen, welche ja nun in Köln 2008 ihre letzte Ruhe fand. Ein herrlicher Sonnenschein, warm und angenehm den Schnee verschwinden laieß, das reinste Frühlingswetterchen uns überrumpelte. Kölner Blootworscht und Fleischwurst besorgt, alles angestrengt in die Koffer packte und in Ruhe mit unseren Freunden in der Kölner Altstadt ein Abschiedsessen munden ließen.
Wir verabschiedeten uns von Köln und Freunden und flogen pünktlich abends nach Berlin zurück. Und in Berlin? Frostig kalt uns begrüßte.
Eines habe ich nun verstanden.
„Kölle do bes e Jeföhl“ da haben die Kölner recht.
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